
Grafik: © Mato Schaefer / ARTbewegt
Datum: Freitag, 02. bis Sonntag, 04. Oktober 2026
Beginn: Siehe Programmpunkte.
Ort: Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
Eintritt: Online-VVK und Abendkasse.
Kulturfestival postmigrantischer Perspektiven
Vom 2. bis zum 4. Oktober 2026 findet im Kulturhaus Barockfabrik Aachen das interdisziplinäre Kulturfestival „POST OST NOW!“ statt – mit Events rund um Performance, Tanz und Literatur!
Im Mittelpunkt stehen (Familien-)Geschichten von Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus postsozialistischen und postsowjetischen Kontexten, z.B. als sogenannte ‚Russlanddeutsche‘, nach Deutschland kamen. Welche Erfahrungen und Narrative wirken bis heute nach – und welche neuen, künstlerischen Perspektiven entstehen daraus?
„POST OST NOW!“ lädt dazu ein, vielfältige Stimmen von Menschen mit Migrationserfahrung kennenzulernen. In Performances, Workshops und Spoken-Word-Formaten schaffen Künstler*innen und Kulturschaffende Räume für den Austausch über Erinnerung, Identität, Sprache und transgenerationale Erfahrungen. Das Festival hinterfragt gängige Narrative und macht bislang wenig gehörte Geschichten sichtbar.
Programm
Fr., 02.10.
17.00 Uhr
GET TOGETHER
Festival Opening mit den Künstler*innen und Festivalmacher*innen im Foyer des Kulturhaus Barockfabrik Aachen.
Fr., 02.10. &
Sa., 03.10.26
19.00 Uhr
PERFORMANCE – Olga Blank: „auffällig unauffällig“
In ihrer interdisziplinären Performance erzählt Olga Blank vom Ankommen und Aufwachsen in Deutschland als sogenannte Spätaussiedlerin oder „Russlanddeutsche“.
Details
Im Zusammenspiel von Tanz, Sprache und dokumentarischen Projektionen verbindet sie persönliche Erinnerungen mit Fragen über Anpassung, Klischees und Zugehörigkeit. Zwischen Humor und berührenden Momenten entsteht ein vielschichtiges Porträt einer mitgebrachten Generation – und eine Erzählung über postmigrantisches Leben im Dazwischen.
Im Anschluss an die Performance laden wir alle Interessierten ganz herzlich zu einem Nachgespräch mit der Künstlerin ein.
Ort: Roter Saal (EG), Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
Sa., 03.10.26
11.00 Uhr
WORKSHOP – „The Migrated Body“
Im Workshop eröffnen Ekaterina Thor und Ludmilla Schemak einen Raum zur tänzerischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit der eigenen oder generationsübergreifenden Migrationsgeschichte.
Details
Im gemeinsamen physischen und verbalen Austausch stellen wir Fragen, reflektieren persönliche Erfahrungen und lauschen dem Echo dieses Prozesses. Bewegung wird dabei zum Ausdrucksmittel, um Erinnerungen, Erfahrungen und Perspektiven zu erkunden und miteinander in Verbindung zu bringen.
Es sind keine Tanzerfahrungen erforderlich – alle sind willkommen.
Ab 16 Jahren.
Ort: Tanzstudio (1.OG), Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
Sa., 03.10.26
16.00 Uhr
PANEL TALK – „Cultural Bridges“
Mit Edwin Warkentin, Elina Penner, Ekaterina Thor, Olga Blank und Jessy James LaFleur.
Details
Menschen mit postsowjetischer und postsozialistischer (Migrations-)Erfahrung oder Familiengeschichte werden in Deutschland häufig als gut integriert und privilegiert wahrgenommen. Doch hinter diesem Bild bleiben Erfahrungen von Migration, Zuschreibungen und Ausgrenzung oft unausgesprochen.
Wie prägt diese Unsichtbarkeit die eigene Identität und die Arbeit von Kulturschaffenden? Welche Geschichten fehlen auf den Bühnen, in Literatur und Performance?
Kulturreferent Edwin Warkentin, Leiter des Kulturreferats der Russlanddeutschen, lädt gemeinsam mit den Künstlerinnen des Festivals zum Austausch ein.
Ort: VERS – Literaturcafé, Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
So., 04.10.26
11.00 Uhr
GET TOGETHER
Gemütlicher Kulturbrunch mit den Festivalmacher*innen und Künstler*innen im VERS – Literaturcafé.
So., 04.10.26
14.00 Uhr
SPOKEN WORD – „DOMA – A Home for a Paper Plane“ mit Jessy James LaFleur
In (fast) allen slawischen Sprachen bedeutet DOMA „Zuhause“. Auf ihren Reisen durch Zentral- und Osteuropa begegnete Jessy James LaFleur diesem Wort …
Details
… und erkannte darin ein Gefühl, das ihre ostbelgisch geprägte Suche nach Heimat auf poetische Weise zusammenfasst.
Aus dieser Erfahrung entstand eine mehrsprachige Spoken-Word-Performance über Zugehörigkeit, Ver- und Entwurzelung, untermalt von Kompositionen der Berliner Cellistin Natasha Jaffe. Das begleitende Buch wurde im April 2024 in der Ukraine veröffentlicht.
„Wie ein Papierflieger werde ich getragen, von Windstoß zu Windstoß, von einem Land zum nächsten.Von einer Kultur in die andere, auf der Suche nach einem Boden, der meine Wurzeln nicht infrage stellt, sondern willkommen heißt.“
Ort: VERS – Literaturcafé, Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
So., 04.10.26
15.00 Uhr
SPOKEN WORD – „(L)OST POETS Show“
mit Jessy James LaFleur, Josephine Ziegler, Alina Stark, Měto Kjarcmaŕ und Tereza Kocholatá
Details
Wenn Worte Grenzen überschreiten: Die „(L)OST POETS Show“ versammelt im VERS – Literaturcafé herausragende Spoken-Word-Künstler*innen und Autor*innen aus Ostdeutschland und Osteuropa zu einem außergewöhnlichen Literaturformat: Persönliche Geschichten treffen auf gesellschaftliche Fragen, Humor auf politische Schärfe, poetische Texte auf Musik und Tanz. Die Beiträge erzählen von Herkunft und Heimat, von Umbrüchen, Erinnerung, Krieg, Identität und Zusammenhalt – und machen Stimmen hörbar, die im deutschsprachigen Kulturbetrieb noch immer viel zu selten präsent sind.
Die „(L)OST POETS Show“ ist eine Produktion der „SPOKEN WORD AKADEMIE“.
Ort: VERS – Literaturcafé, Kulturhaus Barockfabrik, Löhergraben 22, 52064 Aachen
Tickets
Der Panel-Talk, der Kulturbrunch sowie die Spoken Word-Beiträge finden im VERS – Literaturcafé statt:
Eintritt (VVK & Tageskasse): Pay what you want. (Inklusive Sitzplatzreservierung).
Spendenempfehlung: 7 Euro
Tickets für die Performance (Roter Saal) sowie den Workshop (Tanzstudio) können über den Ticketlink im Kartenvorverkauf erworben werden:
Option Soli-Tickets: Mit unserem Soli-Ticket (40 Euro) haben Sie Zutritt zu allen Veranstaltungen und sitzen in der ersten Reihe, selbstverständlich mit Sitzplatzreservierung!
Option Kombiticket: Der Workshop ist alternativ in Kombination mit der Performance „auffällig unauffällig“ zum kombinierten Preis von 35 Euro (regulär) bzw. 28 Euro (ermäßigt) buchbar.

Grafik: © Design Schaefer, ARTbewegt
Künstler*innen
Ekaterina Thor

Bild: © Ludmilla Schemak
Ekaterina Thor ist Tänzerin und Kulturwissenschaftlerin aus Köln und beschäftigt sich mit dem Körper durch Contemporary Floorwork und House in künstlerischen und pädagogischen Projekten. Sie studiert im Masterprogramm „Osteuropäische Studien mit Praxisbezug“ an der Ruhr-Universität Bochum und setzt sich intensiv mit Themen wie der osteuropäischen Migration und aktuellen kulturellen Entwicklungen auseinander.
Ludmilla Schemak

Bild: © Ekaterina Thor
Ludmilla Schemak ist eine multidisziplinäre Künstlerin in Düsseldorf. Ihre Kunst ist verwurzelt in urbanen Tanzstilen, die sie mit Schauspiel auf der Bühne und vor der Kamera kombiniert. Als freiberufliche Tanzpädagogin arbeitet sie in ihren Kursen, Workshops und Bühnenproduktionen mit Menschen jeden Alters.
Edwin Warkentin

Bild: © Kulturreferat für Russlanddeutsche
Seit 2017 leitet Edwin Warkentin das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der Vermittlung von Kultur, Geschichte und Gegenwart von Menschen mit Aussiedlerbiografien sowie mit Fragen der Erinnerungskultur. 1994 siedelte er als 14-jähriger mit seiner Familie aus Kasachstan aus.
Elina Penner

Bild: © Kai Senf
Elina Penner, 1987 noch gerade so als Sowjet-Bürgerin geboren, erklärt seit über 30 Jahren, wieso sie mennonitisch-plautdietsche Deutsche und nicht Russin ist. Dank ihres 2022 erschienenen Debütromans „Nachtbeeren“ wird das mit dem Erklären weniger. Texte von ihr erschienen bei Der Spiegel, Vogue, 11 Freunde. Sie arbeitet im Bundestag. Im Aufbau Verlag liegen ebenfalls von ihr „Migrantenmutti“ und „Die Unbußfertigen“ vor.
Olga Blank

Bild: © privat
Olga Blank ist freischaffende Performerin und Choreografin. 1989 in Kasachstan geboren und in Deutschland aufgewachsen, prägen Themen wie Erinnerung, transgenerationale Traumata und Empowerment ihre künstlerische Recherche. 2023 absolvierte sie den Master of Arts in Choreografie an der Kunsthochschule CODARTS in Rotterdam. Als Darstellerin arbeitete sie u.a. mit Theater Gruene Sosse, Compound Company, waltraud900, Schrit_tmacher Generation2 und dem Theater Aachen.
Jessy James LaFleur

Bild: © Matthias Nau
Jessy James LaFleur ist Spoken-Word-Künstlerin und Gründerin der Spoken Word Akademie. In ihrer Arbeit verbindet sie Poesie, Demokratiebildung und Jugendbeteiligung in Mittel- und Osteuropa. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf kulturellem Austausch und Workshopprojekten in der Ukraine. Sie ist Autorin der Anthologie „A Home for a Paper Plane“.
Josephine Ziegler

Bild: © Heidi Bergmann
Josephine Ziegler ist Autorin, Journalistin und Workshopleiterin aus Brandenburg. Sie studierte Politikwissenschaft in Berlin sowie Literarisches Schreiben und Lektorieren in Hildesheim. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Erinnerung, gesellschaftlichem Wandel, Zugehörigkeit und ostdeutschen Identitäten – insbesondere mit den Erfahrungen der Nachwendegeneration.
Alina Stark

Bild: © Lea Städler
Alina Stark ist Autorin und Poetin und lebt in Erfurt. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit Identität, Zugehörigkeit und der Spätaussiedlergeschichte ihrer Familie. Seit 2023 ist sie Teil der Spoken Word Akademie. Im selben Jahr erschien ihr Debütbuch „18 Wahrheiten in 18 Jahren“.
Měto Kjarcmaŕ

Bild: © Lea Städler
Měto Kjarcmaŕ ist niedersorbischer Autor und politischer Aktivist aus der Lausitz. Als engagierter Vermittler sorbischer Sprache und Kultur beschäftigt er sich mit Minderheitenidentitäten, Mehrsprachigkeit und gesellschaftlichem Wandel. Mit Literatur und politischem Engagement schafft er Räume für den Dialog zwischen Kulturen und Generationen.
Tereza Kocholatá

Bild: © privat
Tereza Kocholatá ist eine tschechische Künstlerin aus Chomutov, die Musik, Literatur und bildende Kunst miteinander verbindet. Ihre Arbeit ist geprägt von Fragen nach Erinnerung, Verlust und menschlicher Verbundenheit. In ihren intimen und ehrlichen Texten und Liedern schafft sie Raum für Verletzlichkeit, Reflexion und gemeinsame Erfahrungen. Tereza lebt in Prag.
„POST OST NOW!“ ist eine Veranstaltungsreihe von ARTbewegt e. V. und Literaturbüro EMR e. V. Künstlerische Leitung: Olga Blank.